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Wissenschaftler der Yale School of Medicine haben Daten zur Sterblichkeit für die vier häufigsten Krebsarten in den USA ausgewertet und dabei die Überlebenschancen nach konventioneller Behandlung sowie nach "alternativer" Behandlung verglichen. "Alternativ" wurde hierbei im eigentlichen Wortsinne verstanden, nämlich als Ersatz für eine anerkannte Therapie (in der Regel: Operation, Strahlentherapie, Zytostatika oder andere Arzneimittel) und nicht etwa supportiv zu einer solchen (bspw. komplementär bzw. integrativ durch Naturheilkunde). Die Autoren schreiben dazu:
"It is important to note that complementary and integrative medicine are not the same as alternative medicine as defined in our study. Whereas complementary and integrative medicine incorporate a wide range of therapies that complement conventional medicine, alternative medicine is an unproven therapy that was given in place of conventional treatment."

Die Ergebnisse für die vier ausgewerteten, nicht-metastisierten Krebsarten (Brust, Prostata, Lunge sowie Dickdarm) differieren stark, doch ist die Tendenz klar zu erkennen: Wer komplett auf eine konventionelle Therapie verzichtet, der hat weit geringere Überlebenschancen (im Zeitalter alternativer Fakten ist dies ggf. als "alternative Heilung" zu verstehen...). Die Abbildung zeigt den Vergleich der Mortalität für die ersten 84 Monate nach Diagnose der Erkrankung für alle untersuchten Fälle. Durchschnittlich steigt das Sterberisiko um den Faktor 2,5.

Im Einzelnen:
Bei Brustkrebs sind die Prognosen jeweils geringfügig besser als in der Gesamtsicht, bei Prostatakrebs sogar deutlich. Allgemein schlecht sind die Prognosen bei Lungenkrebs und am deutlichsten ist der Unterschied der beiden Optionen bei Darmkrebs: Während Patienten nach konventioneller Behandlung recht gute Genesungsaussichten haben, sind nach "Alternativbehandlung" fast keine Überlebenschancen mehr gegeben.

In Zahlen (jeweils Überlebenschance nach 5 Jahren, konventionell im Vergleich zu "alternativ"):
Gesamt: 78,3 % zu 54,7 %
Brustkrebs: 86,6 % zu 58,1 %
Prostatakrebs: 91,5 % zu 86,2 %
Lungenkrebs: 41,3 % zu 19,9 %
Dickdarmkrebs: 79,4 % zu 32,7 %

Eine Folgestudie beschäftigte sich vor allem mit komplementären Methoden. Untersucht wurde auf Basis von rund 1,9 Millionen Patientendaten aus den Jahren 2004 bis 2013, in welchem Maße eine komplementärmedizinische Behandlung dazu beitrug, konventionelle Therapien abzubrechen oder hinauszuzögern und wie sich das auf die Überlebenschancen der Patienten auswirkte.

Das Ergebnis ist ebenfalls beunruhigend: Innerhalb der ersten fünf Jahre nach Diagnose starben 17,8 Prozent der Patienten aus der Komplementärmedizin-Gruppe, im Vergleich zu 13,4 Prozent in der Kontrollgruppe.

Festzuhalten ist, dass schätzungsweise 90 bis 95 Prozent aller Tumorerkrankungen heute grundsätzlich vermeidbar wären. Hierzu sind jedoch deutliche Anpassungen des Lebensstiles nötig. Hinweise dazu sowie zu Möglichkeiten des supportiven Einsatzes der Naturheilkunde in der Onkologie sind in den Links unten zu finden.

Literatur:
Skyler B. Johnson et al.: Use of Alternative Medicine for Cancer and Its Impact on Survival. Journal of the National Cancer Institute, Volume 110, Issue 1, 1 January 2018. DOI: 10.1093/jnci/djx145

Skyler B. Johnson et al.: Complementary Medicine, Refusal of Conventional Cancer Therapy, and Survival Among Patients With Curable Cancers. JAMA Oncol. Published online July 19, 2018. DOI: 10.1001/jamaoncol.2018.2487

Weiterführende Links:
Lebensstil als Risikofaktor für Tumorerkrankungen
http://welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/312-lebensstil-als-risikofaktor-fuer-tumorerkrankungen

Naturheilkunde in der Krebstherapie
http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/296-naturheilkunde-in-der-krebstherapie

Die Möglichkeiten eines supportiven Einsatzes der Phytotherapie bei Brustkrebspatientinnen
http://welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/307-die-moeglichkeiten-eines-supportiven-einsatzes-der-phytotherapie-bei-brustkrebspatientinnen

Zur Geschichte der Tumorerkrankungen
http://welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/203-zur-geschichte-der-tumorerkrankungen