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Der Lebensstil zählt zusammen mit Umwelteinflüssen zu den wesentlichen Faktoren, welche die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen oder vermeiden können. Als weitere Faktoren gelten Vererbung, Alter und Zufall. Der Faktor Alter darf hierbei nicht unterschätzt werden. So steigt das Brustkrebsrisiko bei Frauen zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr von 1:400 auf 1:9 an. Auf Genetik sind schätzungsweise 5 bis 10 Prozent aller Erkrankungen zurückzuführen.
 
Neben offensichtlichen Risikofaktoren wie dem (übermäßigen) Konsum von Tabak und Alkohol, die zusammen für gut ein Drittel aller Tumorerkrankungen sowie der daraus resultierenden Todesfälle verantwortlich gemacht werden, gelten auch Stress, Fettleibigkeit, Bewegungsmangel sowie eine ungesunde Ernährung zu den vermeidbaren Faktoren. Insbesondere eine unvorteilhafte Ernährung kann sich hierbei ebenso schädlich auswirken wie der Missbrauch von Tabak und Alkohol.
 
Der World Cancer Research Fund (WCRF) hat bereits 2007 acht Empfehlungen zur Krebsprävention aufgestellt:
1. Es wird empfohlen, so schlank wie möglich zu bleiben, und zwar innerhalb des normalen Körpergewichtsbereichs.
2. Körperliche Aktivität sollte ein Teil des täglichen Lebens sein.
3. Der Verzehr energiedichter Lebensmittel sollte begrenzt werden, zuckerhaltige Getränke sind zu vermeiden.
4. Es wird empfohlen, überwiegend pflanzliche Lebensmittel zu verzehren.
5. Es wird empfohlen, den Verzehr von rotem Fleisch zu begrenzen und den Verzehr von verarbeitetem Fleisch zu vermeiden.
6. Empfohlen wird eine Begrenzung des Konsums alkoholischer Getränke.
7. Empfohlen wird eine Begrenzung des Salzkonsums; der Verzehr von verschimmelten Getreide oder Hülsenfrüchten ist zu vermeiden.
8. Der Nährstoffbedarf sollte ausschließlich durch Lebensmittel gedeckt werden.
 
Außerdem gibt es noch folgende Zusatzempfehlungen:
1. Stillen: Mütter sollten stillen; Säuglinge sollten gestillt werden.
2. Krebsbetroffene: Es gelten die Empfehlungen zur Krebsprävention.
 
In den Industrieländern treten aufgrund vermeidbarer Risiken u. a. Brust-, Kolorektal-, Prostata-, Nierenzell- und Gebärmutterkrebs vermehrt auf. Tabakkonsum begünstigt insbesondere Lungen-, Rachen- und Mundhöhlenkrebs, zusammen mit Alkohol auch Speiseröhrenkrebs. Hinzu kommen Tumoren der Nieren, der Bauchspeicheldrüse und der Harnblase. Adenokarzinome im unteren Bereich der Speiseröhre und im oberen Bereich des Magens werden hingegen vor allem mit Übergewicht in Verbindung gebracht, daneben aber auch Kolon-, Kolorektal- und Brustkrebs.
 
Auf die gerade in dubiosen Internetquellen oftmals angeführten Lebensmittelzusatzstoffe sind Erhebungen der Environmental Protection Agency (EPA) zufolge hingegen weniger als 1 Prozent der Krebs-Todesfälle in den USA zurückzuführen. Ebenso machen allgemeine (anthropogene) Umweltbelastungen (etwa durch Pestizide) nur etwa 2 Prozent aus. Geophysikalische Faktoren wie die Sonnenlicht-Exposition oder die allgemeine Strahlenbelastung werden für 3 Prozent der Todesfälle verantwortlich gemacht.
 
Schon 2008 kam eine Analyse der Universität Houston (Texas) daher zum Ergebnis, dass von den jährlich weltweit mehr als 10 Millionen neu diagnostizierten Tumorerkrankungen grundsätzlich 90 bis 95 Prozent vermeidbar wären. Dies erfordere jedoch große Änderungen des Lebensstiles. Der Epidemiologe Prof. Rudolf Kaaks vom Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg geht davon aus, dass ein gesunder Lebensstil die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern um bis zu 17 Jahre erhöhen kann. Bei Frauen sei der Wert ähnlich.
 
Weiterführende Links:
Krebsentstehung: Die Rolle des Lebensstils
 
Cancer is a Preventable Disease that Requires Major Lifestyle Changes
 
WCRF-Empfehlungen
 
Zur Geschichte der Tumorerkrankungen
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