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Nicht jede akute Nierenerkrankung führt zwangsläufig zu einer chronischen Niereninsuffizienz. Sehr häufig vergehen symptomfrei sogar Jahre bis Jahrzehnte, bis die Erkrankung chronisch geworden ist und nicht selten wird dies erst bei einer Routineuntersuchung diagnostiziert. Ernährung spielt bei Nierenerkrankungen generell eine große Rolle.
 
Zu den häufigsten Erkrankungen, die mit der Niere in Zusammenhang gebracht werden können, zählen vor allem aufsteigende bakterielle Harnwegsinfekte, da hier im Gegensatz zu banalen Harnwegsinfekten eine chronische Entzündung des Nierenbeckens droht.
 
Bei der chronischen Niereninsuffizienz ist die Früherkennung immens wichtig, da dann therapeutische Maßnahmen zur Verzögerung der Erkrankung sehr viel wirksamer sind. Daneben steht auch eine Behandlung des Grundleidens (z. B. Hypertonie, Diabetes mellitus) im Mittelpunkt der Therapie.
 
Bzgl. der Ernährung sind einerseits das Stadium der Erkrankung, das Grundleiden, daneben aber auch der Ernährungsstatus, Laborwerte, die persönlichen Umstände und die bereits bestehende Medikation zu beachten. Mit zunehmender Niereninsuffizienz steigt das Risiko der Mangelernährung, weshalb auf eine ausreichende Energieaufnahme geachtet werden sollte. Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Geschmacksstörungen sind keine Seltenheit.
 
Der Fettanteil sollte bei Nierenpatienten etwas mehr als ein Drittel der Energie der Nahrung entsprechen, wobei im Falle von Fettstoffwechselstörungen allgemein gilt, dass gesättigte Fettsäuren die Cholesterinwerte im Blut anheben und mehrfach ungesättigte Fettsäuren diese absenken. Umstritten ist der Einfluss der Proteinzufuhr, allerdings sollte eine gesteigerte Zufuhr unterlassen werden.
 
Die Aufnahme von Kochsalz sollte wegen der häufig vorliegenden sekundären nephrogenen Hypertonie zumindest eingeschränkt werden, die Empfehlung für Dialysepatienten liegt bei etwa 4 bis 4,4 Gramm Kochsalz am Tag. Bei besonderen Diätsalzen ist auf den oftmals hohen Kaliumanteil zu achten, da die Kaliumausscheidung bei zunehmender Niereninsuffizienz eingeschränkt wird. Eine einfache Möglichkeit, die Kaliumzufuhr zu begrenzen, ist das Kleinschneiden von Gemüse und Kartoffeln, das Kochen in viel Wasser, wobei anschließend das Kochwasser abgegossen werden sollte. Das Verzehren von Trockenobst, Obstsäften, Bananen, Nüssen oder Tomatenkonzentraten sollte eingeschränkt oder gar ganz vermieden werden.
 
In den letzten Stadien der chronischen Niereninsuffizienz liegt häufig auch ein sehr hoher Wert an Serumphosphat vor, weshalb die Aufnahme von Phosphor ggf. mit Phosphatbindern zur Verringerung der Resorption begegnet werden muss. In der Dialyse wird ebenfalls Phosphat entfernt. Besonders proteinreiche Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Fisch und Eier sind reich an Phosphor. Zu achten ist auch auf die Säurungsmittel E 322, E 338, E 339, E 340, E 341, E 450a, E 450b, E 450c, E 540, E 543 und E 544, da sie Di-, Tri- und Polyphosphate enthalten.
 
Hypo- und Hyperkalzamien kommen gleichermaßen vor und können im Falle eines Mangels durch Gabe von Vitamin D ausgeglichen werden. Mittels kalziumreicher Nahrung (Milch, Milchprodukte) sollte nicht entgegengesteuert werden, da dort auch viel Protein und Phosphat enthalten ist. Für den Stoffwechsel wichtig ist Eisen bzw. Speichereisen (Ferritin), das ggf. auch über die Nahrung supplementiert werden kann. Für sonstige Vitamine und Spurenelemente gelten dieselben Empfehlungen wie auch für Gesunde.
 
Die Flüssigkeitszufuhr ist individuell zu gestalten, einer vor allem volkstümlich verbreiteten Empfehlung einer möglichst hohen Aufnahme kann nicht gefolgt werden. Vielmehr sollten maximal drei Liter am Tag getrunken werden, wobei als Faustregel gilt, dass die Zufuhr nicht mehr als einen halben Liter oberhalb der täglichen Urinausscheidung liegen sollte. Empfohlen werden Leitungswasser, Tafelwasser, natriumarmes Mineralwasser sowie Kräuter- und Früchtetees.
 

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