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"Der Nussbaum ist warm und enthält Bitterkeit und bevor er Früchte hervorbringt, ist in Stamm und Blättern Bitterkeit und Wärme, und diese Bitterkeit gibt Wärme ab und bringt Nüsse hervor. Und wenn der Kern zu wachsen beginnt, lässt die Bitterkeit nach und Süße entsteht. Aber wenn die Süße im Kern gewachsen ist, hat diese Süße eine Triebkraft, und so vermischen sich Süße und Triebkraft und bringen den Kern hervor. Und dann bleiben Bitterkeit und Wärme im Stamm zurück und lassen die Nuss nach außen wachsen. Nach dem Wachstum und der Reife der Früchte aller fruchttragenden Bäume aber taugen ihre Blätter nicht mehr zum Heilmittel, weil ihr Saft in die Früchte geht."

So beschreibt Hildegard von Bingen in ihrer "Physica" (III.3) den Nussbaum. Die frischen Blätter empfiehlt sie gegen Würmer (ggf. zusammen mit Pfirsichblättern) sowie als Salbe mit Schmalz bei Aussatz.

Zu den Nüssen selbst schreibt sie:
"Aber im Menschen, der sehr viele Nüsse isst, seien sie frisch oder alt, erregen diese leicht Fieber. Da sie an einem bitteren Baum wachsen, haben sie in ihrer Süße keine Kraft und deshalb bringen sie dem, der sie maßlos nutzt, Fieber. Trotzdem können gesunde Menschen mit ihnen fertig werden, kranke aber werden von ihnen ziemlich geschädigt.
Das Öl, das aus ihnen gepresst wird, ist warm und macht das Fleisch des Essenden fett und seinen Sinn froh. Aber es wächst das Phlegma daraus, so dass sich die Brust des Menschen mit Schleim füllt, und doch werden Kranke wie Gesunde das besiegen und ertragen können, dem Kranken wird jedoch etwas eng um die Brust."

Allzu viel hält Hildegard wohl nicht von der Echten Walnuss (Juglans regia), ganz anders als die heutige Medizin: Walnussblätter sind ein anerkanntes pflanzliches Arzneimittel. Sie enthalten insbesondere Gerbstoffe (Ellagitannine), Naphthochinone, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Die Indikation ist dann doch wieder mit Hildegard vergleichbar: Anwendung finden die Blätter äußerlich bei leichten Hautentzündungen und bei übermäßiger Schweißabsonderung der Hände und Füße. Allerdings sollten Walnussblätter nicht auf offene Wunden oder auf großflächig beschädigte Haut aufgetragen werden.

Zunehmend rücken auch die Kerne in den Fokus der Wissenschaft. Sie sind reich an Linolensäure (einer Omega-3-Fettsäure), Tocopherolen (einer Form von Vitamin E), daneben enthalten sie Zink, Kalium, Magnesium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Calcium sowie die Vitamine A, B1, B2, B3, C und Pantothensäure.

Kohortenstudien deuten darauf hin, dass der Konsum von Walnüssen (aber auch Mandeln, Erdnüssen, Cashews, Paranüssen und Pistazien) dazu beitragen kann, das Risiko für u. a. Schlaganfälle, Herz- und Tumorerkrankungen signifikant zu reduzieren. Eine Untersuchung der Universität Trondheim kam zum Schluss, dass sich mit einem Nussverzehr von mindestens 20 Gramm täglich mehr als 4 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern ließen, darunter 1,19 Millionen KHK- sowie 469.000 Krebstote, 1,07 Millionen an respiratorischen Krankheiten Verstorbene und 138.000 an Diabetes.

Weiterführende Links:
Arzneipflanzenportät: Echte Walnuss
http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=10821

Mit Knecht Ruprechts Proviant gegen Krankheiten
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/926633/nuss-mandelkern-knecht-ruprechts-proviant-krankheiten.html

Neues aus der Kernforschung
http://www.zeit.de/2015/52/nuesse-gesundheit-ernaehrung-stoffwechsel-lebensmittel

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