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Johann Wonnecke von Kaub nennt als Gewährsleute Serapio (Pseudo-Serapion, der Aggregator wurde um 1290 ins Lateinische übertragen), Galen (2. Jh.) und Platearius (Circa instans aus der Schule von Salerno, um 1160). Er nennt die Bezeichnungen zinziber (griechisch und lateinisch) und thugibel (arabisch). Danach ordnet er Ingwer nach der Humoralpathologie ein: heiß im dritten Grad und feucht im ersten.

Wonnecke übernimmt von Serapio die Angabe, Ingwer komme häufig in Arabien vor, und erwähnt außerdem, dass dort auch die Blätter „zu vilen dingen“ genutzt würden. Zur Veranschaulichung zieht er eine Analogie zu den „ruten bletter“ bei den „Teutschen“, also zur Weinraute. Für die Arznei erklärt er die Wurzel zum entscheidenden Teil und gibt eine knappe Warenkunde: Der beste Ingwer ist innen fast weiß und nicht „löchericht“. Als weitere Gütezeichen nennt er guten Geruch und eine Schärfe auf der Zunge „glich dem pfeffer“. Zur Bruchprobe sagt er, dass die Droge sich beim Brechen zu Pulver verarbeiten lassen soll. Mit Galen verbindet er Herkunft und Qualitätsrang: Die Wurzel komme aus Indien, und die von dort seien die besten.

Wonnecke warnt vor falscher Lagerung. Weil Ingwer „fuchtung“ an sich habe, verderbe er leichter, wenn er feucht verwahrt werde; er solle nicht an feuchten Orten liegen, sonst werde er „fule“. Bei richtiger Verwahrung, so setzt er ausdrücklich an, halte Ingwer zwei Jahre „unversehret an syner nature“.

Therapeutisch setzt Wonnecke den Schwerpunkt auf Magen und Gedärme. Mit Berufung auf Platearius empfiehlt er Ingwer für den „bösen magen“, besonders für den erkalteten Magen. Außerdem empfiehlt er Ingwer in der Kost für „sincopisantibus“, von ihm erklärt als diejenigen, „den da geswinnent“. Zwei Zubereitungen nennt er ausdrücklich: am Abend ein halbes Lot Ingwer mit Essig vor dem Schlafen, danach warm zudecken und schwitzen, um „böse fuchtung“ auszutreiben, sowie Wein, in dem Ingwer und Kümmel eingesotten sind, gegen Magen- und Darmschmerzen, die „von winde kommẽnt“, und zur Förderung des Verdauens.

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