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„Garten=Theater: Pflanzen in Shakespeares Welt”

Motto der diesjährigen Woche der Botanischen Gärten vom 11. bis 19. Juni sind anlässlich des 400. Todestages von William Shakespeare die Pflanzen, die der Dichter in seine Stücke einbaute.

Ein Saft aus dem wilden Stiefmütterchen, im Schlaf auf die Augen geträufelt: Mit dieser Rezeptur möchte Elfenkönig Oberon seiner Frau Titania einen Streich spielen. Mit dem Saft der Blume behandelt, soll sich die schlafende Elfenkönigin nach dem Erwachen in die erste Kreatur verlieben, die sie erblickt – so beginnt einer der Handlungsstränge in der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von Shakespeares.

Andere Pflanzen haben weniger erheiternde Wirkung. Einen besonders wichtigen Beitrag zu den Stücken leisten sicher die Giftpflanzen. So wird der hochgiftige Schierling gleich in mehreren Tragödien und Historien erwähnt, unter anderem in „Macbeth“. Andere Giftpflanzen wie das in Hamlet genannte „Hebenon“ geben Historikern und Pflanzenkundlern bis heute Rätsel auf: Die Pflanze wurde wahlweise als Ebenholz, Bilsenkraut, Schierling oder Tollkirsche interpretiert.

Pflanzen kommen in Shakespeares Werken jedoch nicht nur als Gift oder quasi-magischer Stoff vor. Oft bilden sie auch einen stimmungsvollen Hintergrund oder zeichnen ein atmosphärisch dichtes Bild. In „Hamlet“ informiert die Königin Ophelias Bruder über deren mysteriösen Tod: Die tragische Heldin flicht einen Kranz aus Butterblumen, Brennnesseln, Gänseblümchen und wilden Orchideen. Als sie diesen zum Trocknen in die Zweige einer Weide hängt, fällt sie in den Fluss und ertrinkt. Viele Maler haben später das Motiv der Ophelia mit dem Blütenkranz aufgegriffen.

Auch Nutzpflanzen wie Getreide, Gemüse oder Obst werden in ihrem realen Kontext oder als Allegorie verwendet. So wird die humoristische Figur des übergewichtigen Ritters Falstaff als „wässriger Kürbis“ beschrieben. Bäume haben ebenfalls oft symbolische Bedeutung: Die Weide steht für unglückliche Liebe, Zypressen und Eiben für Trauer und Tod und die Palme unter anderem für Triumph. So vielfältig wie die Welt der Pflanzen sind auch die Botschaften, die sie in Shakespeares Werken transportieren.

Übersichtsseite der teilnehmenden Gärten:
http://www.verband-botanischer-gaerten.de/pages/bg_woche_teilnehmer.html

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